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Possibility to see (PTS)

Die Possibility to see (PTS) ist ein stochastischer Korrekturfaktor für Werbeträger mit Wechselanzeige (z. B. Digital-out-of-Home). Der Faktor gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der eine Person mit einem bestimmten Werbemotiv in Kontakt tritt, basierend auf der der reduzierten Darstellung innerhalb des jew. Zyklus (Sendeloop) und der durchschnittlichen Verweildauer der Kontaktpersonen vor dem Werbeträger (Dwell Time):

Kontaktfenster = T (Anzeige) + T (Verweildauer)
PTS = min (1, Kontaktfenster/ T (Zyklus))

Die Berücksichtigung der PTS ist zwingend relevant, da die Erfolgsbewertung von Werbeträgern mit Wechselanzeige häufig einer systematischen Überschätzung unterliegt (vgl. effektive Bruttoreichweite). Während klassische Modelle die potenziellen Sichtkontakte bzw. die Kontaktchancen des jew. Werbeträgers erfassen, wird über die PTS eine objektive Kontaktwahrscheinlichkeit berücksichtigt. Im Rahmen dieser Betrachtung ist eine Unterscheidung der Verweildauer am Standort <> Verweildauer vor dem Werbeträger zwingend relevant. Je nach Erfordernis an die Qualität der Daten ist eine dedizierte Erhebung zu empfehlen. In den meisten Fällen wird die Verweildauer am Standort deutlich größer sein, als die vor dem jew. Werbeträger. Wenn eine Person bspw. nur kurz vor einem entsprechenden Werbeträger steht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Person bestimmte Motive gar nicht erst sieht, aber trotzdem als Kontaktperson im Sinne der allgemeinen Bruttoreichweite gewertet wird. Je geringer der PTS-Wert bei gegebener Stopping Power, desto geringer ist die objektive Kontaktwahrscheinlichkeit bzw. desto geringer ist die Zahl der tatsächlich erreichten Personen. Anders formuliert, je länger der jeweilige Zyklus bis zur erneuten Wiederholung, desto weniger Personen können objektiv erreicht werden.

Die Berechnung der PTS unterliegt gew. Annahmen, bspw. der Gleichverteilung aller Kontakte, der Berücksichtigung früherer Ankünfte vor dem Werbeträger und Überlappungen. Mehrfachkontakte werden nicht gezählt. Die Betrachtung der OTS konzentriert sich auf die Kontaktwahrscheinlichkeit innerhalb eines Zyklus. Bei Verweildauern größer als der Zykluszeit, ist eine individuelle Betrachtung zu empfehlen, vgl. Dwell-Time Exposure (DTE). Für die Berücksichtigung als Kontakt ist keine Mindestdauer definiert, faktisch wird jeder Kontakt mit einem Sichtkontakt > 0 Sek. berücksichtigt. Wenn Kontakte bzw. Kontaktchancen erst mit aktiver Wahrnehmung berücksichtigt werden sollen, ist die Berechnung entsprechend anzupassen:

Kontaktfenster = T (Anzeige) + T(Verweildauer)
PTS aktiv = min (1, max (0, (Kontaktfenster – 2*T (Wahrnehmung))/ T (Zyklus)))